Voll lesbisches Zeugs, ey!
Lesvos-Letter aus Griechenland
So ist das manchmal: Man hat eine Idee, fängt sie an, lässt sich irritieren, stellt um, und kommt dann doch zum Ursprung zurück. Hier auf Substack wollte ich den “Lesvos-Letter” schreiben. Geschichten aus Griechenland.
Und dann fing ich an. Erstellte ein Konto, mein erstes auf der Plattform, alles noch ganz neu für mich, was passiert, wenn man hier klickt und da? Wie ist das alles aufgebaut? Wie geht das hier?
Und dann klickte ich, postete ich, suchte einen Namen und fand: “Perfekte Prosa”. Und einen Tag später dachte ich: Schön und gut, aber ich wollte doch einfach einen Newsletter aus Griechenland kreieren!
Also schmiss ich um.
Löschte, was ich geschrieben hatte, schrieb neu, schrieb um. Stampfte die “Perfekte Prosa” ein. Benannte sie um, genauer gesagt, hin zur ersten Idee: der Lesvos-Newsletter. Lesvos-Letter!
Nebenbei dachte mein Hirn: Aber das ist doch zu explizit! Das sollen ja nicht nur Lesben lesen! Schon wieder dieser Lesbenkram - dabei geht es doch nicht nur um die! Es geht um Griechenland! Um eine Insel, ein Dorf, um auswandern, um Urlaub, um hier länger sein, um Gemeinschaft, um Leben, um Menschen … Und dabei um Menschen aller Art, nicht nur um Lesben, verdammt!
Aber ich blieb dabei. “Lesvos-Letter”. Post von der Insel.
Das hier ist die Insel, übrigens:
Eine Tischdecke ist das vielmehr, aus Papier, mit bisschen Plaste auch noch dabei, damit man auf die Tischdecke kleckern kann, ohne dass es durchsifft und den Tisch beschmutzt. Ich finde es zwar einfacher, Tische einfach wieder abzuwischen, nach jedem Gast, ist auch bestimmt besser für die Umwelt und so; aber die Restaurants hier finden das nicht, und sie machen die Arbeit, nicht ich. Und außerdem kriegt man dadurch tolle lesbische Tischdecken, wenn man nett fragt (saubere sogar, frische, ohne Gastkleckerreste).
Und auf der Tischdecke siehst du schon: “Lesbos”. “Lesvos”. Beides. Auf griechisch mit dem Buchstaben, der wie ein “B” aussieht, aber wie ein “V” ausgesprochen wird - und so kommt beim Namen der Insel in anderen Sprachen das “V” ins Spiel. Lesvos, Lesbos.
Ich hab mich für “Lesvos” entschieden, und für den “Lesvos-Letter”. Dafür, mit dem lesbischen Anteil meiner Griechenland-Geschichten offensiv umzugehen. Kann zwar sein, dass ein paar Menschen mich nun nicht mehr abonnieren, weil:
“Was soll ich denn Lesbenzeugs lesen? Ich bin hetero!”
Und:
“Also, Griechenland-Reiseführer fände ich schon interessant. Aber wenn das über so eine ‘Lesbeninsel’ ist …?”
Das war eine Reaktion auf mein Buch, “Lesbos Lesvos - Das Lesbeninselbuch”, das im August 2025 erschien.
“Toll! Wollte ich sofort lesen! Ein Buch über Griechenland! Aber dann hab ich gesehen, dass da auch noch ‘Lesbeninsel’ auf dem Cover stand …”
Tja, dachte ich. Denke ich.
Und nun?
Es ist nun mal die “Lesben”-Insel, die “lesbische Insel”. Alle, die hier wohnen, sind “Lesben”! Ganz offiziell.
Auch der Käse ist hier lesbisch, das Öl, die Oliven, die Wurst, der Joghurt, die Marmelade … die Tischdecken!
Also kann das auch mein Newsletter sein. Lesvos-Letter.
Also, bis bald von der lesbischen Insel, im lesbischen Newsletter :-)
Joey
PS, Wikipedia:
In der griechischen Mythologie ist der namensgebende Eponymos der Insel der Lapithe Lesbos, der Sohn des Lapithes, der Methymna heiratete, die der lesbischen Stadt Mithymna ihren Namen gab. Das Wort lesbisch, im Sinne von weiblich homosexuell, wird vom Namen der Insel abgeleitet, da die von dort stammende antike Dichterin Sappho in ihren Gedichten von der Liebe zu Frauen sang.



